B2B Marketing ist ein Marathon – aber bitte richtig!

Laufbilder von Gilbert - B2B Runner

Ich laufe gern. Und ich liebe B2B Marketing. Deshalb bin ich ja auch der B2B Runner 🙂

Beides hat mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheint. Nur: Wenn ich höre, wie Marketing-Kollegen die Marathon-Metapher verwenden, halte ich manchmal inne und denke: Habt ihr schon mal einen Marathon gelaufen?

„B2B Marketing ist ein Marathon, kein Sprint” – diesen Satz höre ich so oft, und er soll Geduld predigen. Oft ist er aber auch eine Entschuldigung. Für ausbleibende Ergebnisse. Für fehlende Systematik. Für ein „Irgendwann wird sich das schon auszahlen”.

Was Marathon (für mich) wirklich bedeutet

Wer einen Marathon läuft, weiß: 42,195 Kilometer beginnen mit dem ersten Schritt. Uh, das klingt jetzt auch sehr nach Phrase. Aber – ist so. Der erste Schritt bei einem Marathon ist schon entscheidend. Lässt Du dich von der Menge mitreißen und bist am Anfang zu schnell unterwegs? Viel Spaß beim Rest der Strecke. Oder hast Du nicht so recht Lust, und trottest lustlos los? Kann gut gehen, braucht dann aber auch Disziplin.

Einen Marathon kannst Du jedenfalls nicht in den ersten Kilometern gewinnen – aber den ganzen Lauf versemmeln.

Und so ist der Start eines Marathons durchaus etwas Wichtiges. Vielleicht sogar entscheidender als das Ziel. Der Start steht für die bewusste Entscheidung, jetzt loszulaufen – mit Plan, mit Tempo, mit Körpergefühl.

Wenn wir jetzt die Brücke zum Marketing schlagen: Dann ist Marathon kein Synonym für “dauert halt lange”. Sondern B2B Marathon heißt: Ein Projekt, mit Struktur, Rhythmus und messbaren Etappenzielen!

Was Laufen mich über Marketing gelehrt hat

1. Es beginnt mit dem ersten Schritt – nicht mit dem perfekten Plan

Laufen ist schon machen: Ich kann natürlich lange planen, nachdenken, tun. Ein Lauf beginnt aber erst – wenn Du dich auf dem Weg machst.

Im B2B Marketing sieht das oft genauso aus: Strategie-Workshops, die nie in Maßnahmen münden. Content-Konzepte, die im Shared Drive verstauben. Personas, die niemand verwendet.

Marathon beginnt, wenn man losläuft. Mit dem, was man hat. Justieren kann man unterwegs. Und dann bist Du eben auf der Strecke!

2. Grundgeschwindigkeit entscheidet

Jeder Marathonläufer sucht “seinen” Pace – seine Grundgeschwindigkeit. Das ist ja auch eine gar nicht so einfache Übung, zum Beispiel während Intervalltrainings. Oft bist Du zu schnell, aber immer wieder auch zu langsam. Wie geht’s richtig?

Zu schnell am Anfang, und du stirbst bei Kilometer 30. Zu langsam, und du kommst nie ins Ziel. Es geht nicht darum, gelegentlich schnell zu sein. Es geht um eine konstante, tragfähige Geschwindigkeit.

Im Marketing heißt das: regelmäßiger Content statt viraler Eintagsfliegen. Systematische Lead-Nurturing-Strecken statt sporadischer Kampagnen. Eine Kadenz, die das Team trägt – Woche für Woche, Quartal für Quartal.

3. Kräfteeinteilung ist eine Kompetenz, keine Schwäche

„Wir fahren gerade alles hoch” – das höre ich oft. Dann folgt Erschöpfung, Budgetstop, Stillstand. Weil niemand eingeteilt hat.

Gute Läufer wissen: Nicht jede Woche ist Wettkampfwoche. Regeneration ist Teil des Trainings. Ruhephasen sind kein Versagen – sie sind Investition in die nächste Belastung.

Im Marketing bedeutet das: Schwerpunkte setzen. Mal eine Kampagne groß fahren, mal die Datenbank pflegen. Mal einen neuen Kanal testen, mal das Bewährte konsolidieren. Wer immer auf Hochtouren läuft, läuft sich kaputt.

4. Etappen machen das Große begreifbar

42 Kilometer sind abstrakt. Aber Kilometer 10, dann 21, dann 30 – das sind Wegmarken, auf die man hinläuft. Jede Etappe hat ein Ziel, einen Charakter, eine Taktik. Und am Ende, da zählst Du jeden Kilometer runter.

Im B2B Marketing ist das Quartal diese Etappe. Was soll am Ende des Quartals anders sein? Nicht „wir haben viel gemacht” – sondern: Welche Leads sind in der Pipeline? Welcher Content hat performt? Was haben wir gelernt?

Wer keine Etappenziele hat, läuft ins Leere. Und merkt es zu spät.

5. Ernährung ist kein Nice-to-have

Beim Laufen lernt man schnell: Wer die Energiezufuhr vernachlässigt, zahlt den Preis. Nicht sofort. Aber bei Kilometer 32, wenn der Körper auf Reserve läuft, wird es sehr deutlich.

Im Marketing ist das Budget und viel mehr noch die Ressourceneinteilung die Ernährung. Und Daten. Und Team-Kapazität. Wer diese Ressourcen verwaltet, als wären sie optional, riskiert den Einbruch genau dann, wenn es drauf ankommt – im entscheidenden Quartal, bei der großen Kampagne, im Wettbewerb um Marktanteile.

6. Nicht zu viele Pausen – aber die richtigen

Pausen während eines langen Laufs sind wichtig. Und auch ein guter Punkt, zum Beispiel für ein Schwätzchen am Verpflegungsstand, oder einfach mal wieder “Luft zu holen”. Nach einer Pause geht’s oft besser. Ich liebe die Pausen bei Läufen! Was ich jedoch auch von sehr guten Athleten über die Langstrecke gelernt habe: In der Pause entscheidet sich Deine Zeit. Mach also Pausen. Aber bedenke sie gut, und lass Dich nicht zu sehr treiben.

Ich kenne dieses Muster auch im Marketing: Endlose Review-Schleifen. Strategie-Updates, bevor die letzte Strategie überhaupt implementiert war. Meetings über Meetings, die Maßnahmen ersetzen statt begleiten.

Pausen gehören dazu. Sie sind wichtig, um die Position zu bestimmen. Aber sie sind kurz, bewusst, und danach läuft man weiter.

7. Die Gemeinschaft trägt

Was ich am Laufen wirklich liebe: Diese Momente, wenn man gemeinsam läuft. Wenn jemand neben dir das Tempo hält, wenn du es gerade nicht mehr kannst. Wenn der Jubel an der Strecke mehr Energie gibt, als du dir erwartet hast.

B2B Marketing ist kein Einzelsport. Es braucht Sales und Marketing, die synchron laufen. Es braucht ein Team, das Ideen trägt, Rückschläge abfedert, Erfolge feiert. Und es braucht Kunden und Partner, die die Strecke beleben.

Wer allein plant und allein ausführt, erschöpft sich früher als nötig.

Und dann: Die Entdeckungen unterwegs

Was mir am Laufen am meisten bedeutet, ist das Unterwegssein selbst. Die unerwarteten Wege. Der Morgen, an dem die Stadt noch schläft. Das Einssein mit dem eigenen Körper, wenn Atmung, Schritt und Gedanken in Rhythmus kommen: Der berühmte Flow!

Auch Marketing hat diese Momente. Wenn ein Thema plötzlich zieht. Wenn eine Zielgruppe antwortet, die man gar nicht direkt angesprochen hat. Wenn eine Idee entsteht, nicht im Workshop, sondern auf dem Weg zum nächsten Termin.

Diese Momente passieren aber nur, wenn man wirklich läuft. Nicht wartet. Nicht plant. Läuft.

Was das für Ihr Marketing bedeutet

Wenn Sie das nächste Mal sagen wollen „B2B Marketing braucht Zeit” – gut. Das stimmt. Aber meinen Sie es auch so?

  • Haben Sie ein klares Etappenziel für die nächsten 90 Tage?
  • Kennen Sie Ihren Pace – also die Kadenz, die Ihr Team wirklich durchhält?
  • Haben Sie Ihre Ressourcen eingeplant, nicht nur die Ziele?
  • Laufen Marketing und Sales im gleichen Rhythmus?
  • Haben Sie zuletzt wirklich angefangen – oder noch immer auf den perfekten Moment gewartet?

Marathon ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen, die es gibt. Wer sie wählt, wählt Ausdauer, Struktur und Disziplin. Das ist kein Freifahrtschein für Langsamkeit. Das ist ein Versprechen an sich selbst: Ich komme an.

Und der erste Schritt zählt.

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