Gemeinsam Leads in erfolgreich in Verkäufe konvertieren
Wenn Vertrieb und Marketing an einem Strang ziehen: Dann steht einem gesunden Wachstum Ihres B2B-Unternehmens nichts mehr entgegen! Doch so schön das klingt… die Realität sieht in vielen Unternehmen anders aus.
Oft wirken Vertrieb und Marketing eher zur Zusammenarbeit verdammt, anstatt gemeinsam wirkungsvoll neue Kunden zu akquirieren und bestehende Geschäfte schwungvoll auszubauen.
Vielfach entstehen Missverständnisse, Frustrationen und isoliertes Arbeiten durch die unterschiedlichen Perspektiven, die beide Teams haben:
Marketing ist eher langfristig orientiert – und denkt im Idealfall das Thema “Branding” und nicht nur den unmittelbaren Kaufabschluss mit.
Der Vertrieb dagegen steht regelmäßig unter Druck, quartals- oder monatsweise anspruchsvolle Verkaufsziele abzuliefern – und muss den “Sack zumachen”.
Gleichzeitig gibt es auf beiden Seiten falsche Vorstellungen über die Rolle des anderen Teams. Denn klar ist: Marketing ist keine verkappte “Sales-Assistenz” – aber der Vertrieb ist auch ein entscheidendes Team für das Umsatzwachstum.
Und so kommen wir zu vertrauten Situationen: Marketing generiert Leads, Sales beschwert sich über die Qualität. Sales lässt Leads liegen, Marketing ist frustriert über mangelnde Bearbeitung. Die Geschäftsführung wundert sich, warum trotz hoher Investitionen die Pipeline nicht wächst.
Das Problem ist fast nie mangelnde Kompetenz oder böse Absicht. Das Problem ist fehlendes Alignment.Marketing und Sales sprechen nicht dieselbe Sprache. Sie haben unterschiedliche Definitionen, Prioritäten und Erwartungen – und niemand hat diese jemals systematisch geklärt.
In diesem Artikel zeige ich als B2B Marketing-Berater Ihnen, wie Sie eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Marketing und Sales aufbauen – mit klaren Definitionen, messbaren Prozessen und verbindlichen Vereinbarungen. Denn ein B2B-Funnel funktioniert nur, wenn beide Seiten am gleichen Strang ziehen.
In diesem Artikel erfahren Sie:
Was eine belastbare Lead-Definition ausmacht – und warum diese die Grundvoraussetzung für eine solide Marketing- und Vertriebszusammenarbeit ist
Wie Lead-Temperaturen (heiß, warm, kalt) Ihnen helfen, Prioritäten zu setzen
Welche Reaktionszeiten realistisch und gleichzeitig ambitioniert sind
Wie der Feedback-Prozess zwischen Sales und Marketing kontinuierliche Verbesserung ermöglicht
Was macht eigentlich eine gute Lead-Definition aus?
Gibt es eigentlich “gute” oder “schlechte” Leads? So einfach lässt sich das nicht sagen. Denn bevor wir unsere Leads beurteilen, müssen wir erst einmal klären, was wir unter einem solchen verstehen. Und klären heißt: Vertrieb und Marketing müssen eine gemeinsame Sprache finden, um ihre jeweiligen Erwartungen an Leads abzuklären.
Eine Lead-Definition ist das Fundament jedes funktionierenden Sales-Marketing-Alignments. Ohne sie arbeiten beide Seiten mit unterschiedlichen Annahmen – und scheitern gemeinsam.
Es gibt Leads, die sind schon fast fertig unterschriebene Verkaufsverträge. Und andere Leads – die sind noch unsicherer, wackliger – wir wissen nicht, was dahinter steckt. Und während es im ersten Fall klar ist, dass der Vertrieb diese Anfragen übernimmt, müssen wir bei den Fragezeichen genauer definieren: Bis wann behält Marketing dieses Lead in “seiner” Welt – und ab wann kann oder will der Vertrieb übernehmen?
Von MQL zu SQL: Die entscheidenden Übergänge
Die Schwelle vom Marketing-Qualified Lead zum Sales-Qualified-Lead ist eine der entscheidenden Schnittstellen in der Marketing-Vertriebs-Arbeit. Oft wird ein Lead einfach auf die “andere Seite” geworfen – und man hofft, dass Vertrieb einen durch Marketing erzeugten Lead weiterbearbeitet.
Dieser Ansatz führt selten zum Erfolg. Deshalb ist es wichtig, dass beide Seiten den Übergang der Lead-Sphären sorgfältig miteinander klären:
Im Marketing-Qualified Lead bietet das Marketing dem Vertrieb einen – nach Definitionen – vorbereiteten Lead an, bei dem eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Erstellung einer Opportunity besteht
Der Vertrieb muss diesen Lead nach klaren Kriterien überprüfen (z.B. BANT, oder anderen) – und schauen, ob dieser Lead weiterbearbeitet werden soll.
Falls dies der Fall ist: Dann wird aus einem MQL ein “SAL” (Sales Accepted Lead). Nach weiterer Qualifizierung durch den Vertrieb (Nachfragen beim Kunden) wird der SAL dann auch zum Sales-Qualified Lead (SQL).
Marketing Qualified Lead (MQL)
Definition: Ein Lead, bei dem Marketing aufgrund von ICP-Fit UND Verhaltens-Signalen davon ausgeht, dass sich der Kontakt in einem möglichen Kaufprozess befindet.
Kriterien:
Passt grundsätzlich zum ICP (Branche, Unternehmensgröße, Region)
Zeigt erkennbares Interesse (Content-Download, Webinar-Teilnahme, mehrfache Website-Besuche)
Funnel-Eintritt ist plausibel
Verantwortung: Marketing
Sales Qualified Lead (SQL)
Definition: Der Vertrieb hat den Lead geprüft und bestätigt, dass eine realistische Chance auf eine Opportunity besteht.
Kriterien:
Bedarf ist validiert
Budget-Range ist plausibel (oder explorierbar)
Entscheidungsträger sind identifiziert oder erreichbar
Zeitrahmen ist realistisch
Verantwortung: Sales
Der kritische Unterschied: MQL → SQL ist der Qualifizierungsschritt durch Sales. Marketing liefert Potenzial, Sales validiert Realität.
Die Lead-Basics: Welche Daten brauchen wir überhaupt für ein Lead?
Im B2B-Kontext ist ein Lead mehr als nur ein Name und eine E-Mail-Adresse. Wir brauchen identifizierbare B2B-Kontakte mit ausreichend Kontext für eine sinnvolle Qualifizierung in Richtung Opportunity und Verkauf.
Mindestanforderungen für einen qualifizierten B2B-Lead:
Firmenbezeichnung: Wir verkaufen nur an Firmen
Position/Rolle: Essentiell für das Mapping ins Buying Center – sprechen wir mit einem Entscheider, Influencer oder User?
Kontaktdaten: E-Mail (Pflicht), Telefon (sehr hilfreich für schnelle Reaktion)
Interessensgebiete: Was sucht der Lead konkret? Welches Problem will er lösen?
Leads sind mehr als nur Web-Formulare
Häufig konzentrieren sich die Lead-Definitionen auch nur auf ausgefüllte Web-Formulare. Dies greift bei weitem zu kurz. Zwar sind die Anfragen über ein Online-Formular sehr gut messbar – aber auch für viele Kunden die bei weitem unbeliebteste Methode, Kontakt zu einem Unternehmen aufzunehmen:
Sie möchten einen Menschen anrufen, um gleich ein Problem bzw. die Lösung einzugrenzen
Sie möchten einfach eine einfache E-Mail schreiben
Oder vielleicht auch einen Rückruf erhalten?
Bei jeder Lead-Definition gilt deshalb: Geben Sie Ihren potenziellen Kunden das Recht, über die Form und den Kanal der Kontaktaufnahme zu entscheiden. Sie müssen Ihre Kontakte nicht in Formulare “pressen” – denn diese sind oft unbewusst wahrgenommene Hürden (“wird mir jemand antworten?” – “geht meine Nachricht da verloren?”).
Ob über Formular oder andere Wege: Sie sollten aber genau definieren, welche Angaben Sie von Ihren Leads benötigen – und was nicht. Oft geben die Pflichtfelder in CRM-Systemen schon eine absonderlich hohe Anzahl von Daten vor: Schauen Sie hier, ob Sie nicht doch die Pflichtdaten auf ein sinnvolles Maß reduzieren können.
Aber seien Sie auch nicht zu sparsam mit den Anforderungen an Daten. Im B2B-Geschäft müssen Sie die Firma abfragen – denn sonst laufen Sie Gefahr, zu viele Anfragen von Privatpersonen zu erhalten.
Bei anderen wichtigen Informationen stellt sich zudem die Frage: Soll der Kunde sie selbst beisteuern, oder können wir diese Daten (z.B. Branche) selbst ergänzen? Diese Fragen sind abzuklopfen.
Lead-Qualität: Auch die Weiterverarbeitung im CRM ist wichtig
Es ist unser Ziel, dass ein Lead später im Vertrieb im CRM weiterbearbeitet wird. Das heißt: Je mehr unsere übermittelten Informationen aus dem Marketing schon “CRM-ready” sind, desto “vertriebstauglicher” sind sie für die Weiterverarbeitung: Ein wichtiger Faktor für die gemeinsame Arbeit an Leads.
Was bei Lead-Formularen zu beachten ist
Im B2B gilt: Keine Angst vor langen Formularen. Wir sind nicht im B2C. Wenn B2B-Kunden einen messbaren Mehrwert für ihre Formulareingaben erhalten (z.B. ein personalisiertes Angebot), dann füllen sie auch mehrere Felder aus. Anders ist es natürlich bei rein werblichen Formularen, wie zum Beispiel für einen Whitepaper-Download: Hier ist weniger meist mehr.
Typisches optimiertes Formular:
Vorname, Nachname
Geschäftliche E-Mail
Unternehmen
Anwendung (individuell festzulegen)
Position (optional: Dropdown zur Selbstselektion)
Telefon (optional, aber empfohlen für heiße Leads)
Wir haben es ja schon gesagt: Basis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb ist Klarheit über gemeinsame Definitionen – und Prozesse. Und deshalb ist es für das Marketing durchaus von Bedeutung zu wissen, nach welchen Kriterien ein Lead im Vertrieb dann beurteilt wird.
Für die tiefere Qualifizierung von Leads (vor allem im Sales-Gespräch) haben sich verschiedene Frameworks etabliert:
BANT (klassisch, aber bewährt)
Budget: Ist Budget vorhanden oder planbar?
Authority: Sprechen wir mit dem Entscheider?
Need: Gibt es einen echten, dringenden Bedarf?
Timeline: Wann soll die Lösung implementiert sein?
CHAMP (kundenorientierter)
Challenges: Welche Herausforderungen hat der Kunde?
Authority: Wer trifft die Entscheidung?
Money: Ist Budget verfügbar?
Prioritization: Wie dringlich ist die Lösung?
MEDDIC (für komplexe B2B-Sales)
Metrics: Welche messbaren Ziele verfolgt der Kunde?
Economic Buyer: Wer hat Budget-Verantwortung?
Decision Criteria: Nach welchen Kriterien wird entschieden?
Decision Process: Wie läuft der Entscheidungsprozess?
Identify Pain: Was ist der Hauptschmerzpunkt?
Champion: Haben wir einen internen Fürsprecher?
Wichtig: Diese Frameworks sind vor allem für Sales relevant, nicht für die initiale Lead-Erfassung. Marketing erstellt MQLs basierend auf ICP + Verhalten. Sales nutzt dann BANT/CHAMP/MEDDIC zur Validierung von SQLs.
Allerdings muss das Marketing wissen, nach welchen Kriterien der Vertrieb die Leads dann weiterqualifiziert. Dies ermöglicht zum einen die kontinuierliche Verbesserung des Leadprozesses im Marketing (z.B. durch gezielte Einstufungen: “Wie hoch ist Ihr Budget?”), um die Leadqualität weiter vorzubereiten.
Außerdem braucht es für jeden Leadprozess klare, nachvollziehbare Kriterien, wann ein Lead vom MQL zum SQL wird – und wann nicht. Denn gerade auch aus den “zurückgewiesenen” Leads kann das Marketing Schlüsse zur Verbesserung seiner Leaderzeugung ziehen.
Reaktionszeiten auf Leads: Schnelligkeit als Wettbewerbsvorteil
Marketing liefert Leads – und dann passiert: Gefühlt nichts. So ist die Wahrnehmung in vielen Unternehmen. Für eine gute Marketing-Sales-Zusammenarbeit sollten Sie deshalb auch verbindliche Reaktionszeiten auf Leads einführen – zum Beispiel in Form eines Service Level Agreements.
Diese Verbindlichkeit ist wichtig – nicht nur für beide Teams, sondern vor allem auch für den Kunden. Denn einer der am meisten unterschätzten Erfolgsfaktoren im B2B-Sales: Speed to Lead. Wie schnell reagieren Sie auf eine Anfrage?
Die optimalen Reaktionszeiten für Leads
Lead-Typ
Reaktionszeit
Begründung
Heiße Leads – aktive Anfrage, sehr gute Passung zum idealen Kundenprofil
So schnell wie möglich (Minuten bis wenige Stunden)
Höchste Konversions-Wahrscheinlichkeit, Wettbewerb schläft nicht
Kalte Leads (kein aktives Kaufinteresse erkennbar)
In Nurturing-Sequenz (automatisiert)
Kein direkter Sales-Kontakt, Marketing-Automation übernimmt
Der kritische Erfolgsfaktor: Lead-Übermittlung
Die größten Hürden für schnelle Reaktionszeiten liegen meist NICHT beim Vertrieb, sondern in den Übergabeprozessen. Von der Lead-Erzeugung (Formular-Absendung) bis zum Empfänger (Vertriebsmitarbeiter) gibt es oft manuelle Stopper:
Lead landet in einer Queue und wird manuell verteilt
Keine automatische CRM-Integration
Benachrichtigungen gehen unter
Zuständigkeiten sind unklar
Lösung: Saubere, automatisierte Lead-Übermittlung ohne manuelle Zwischenschritte. Idealerweise: Formular → CRM → automatische Zuweisung → Push-Benachrichtigung an zuständigen Sales-Mitarbeiter.
Warum schnelle Reaktion entscheidend ist
Szenario 1: Sie sind der einzige Anbieter
Selbst wenn keine Konkurrenz angefragt wurde: Schnelle Reaktion zahlt positiv auf Ihr Unternehmensimage ein.
“Wow, die waren schnell” = professioneller Eindruck
Kundenbindung beginnt beim ersten Kontakt
Momentum nutzen: Der Lead ist gerade im “Problemlösungs-Modus”
Im B2B evaluieren Kunden fast immer mehrere Anbieter. Wer zuerst antwortet, hat einen massiven Vorteil:
Erster Kontakt setzt den Anker für Erwartungen
Sie können die Gesprächsführung übernehmen
Psychologischer Effekt: “Die nehmen mich ernst”
Praktischer Effekt: Sie bekommen den ersten Termin-Slot
Faustregel: Nach 24 Stunden sinkt die Erreichbarkeit eines Leads um 60%. Nach 48 Stunden um 90%. Jede Stunde zählt.
Reaktionszeiten außerhalb der Geschäftszeiten
Was passiert, wenn ein Lead am Samstagabend eine Anfrage stellt?
Die B2B-Realität: Ihre Ansprechpartner arbeiten meist auch normal (Mo-Fr, 8-18 Uhr). Niemand erwartet eine Antwort am Wochenende oder Feiertag.
Best Practices:
Auto-Responder: Sofortige Bestätigung mit Erwartungsmanagement (“Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir melden uns am nächsten Werktag bei Ihnen.”)
Transparenz auf der Website: Öffnungszeiten, typische Reaktionszeiten klar kommunizieren
Ausnahme für Top-Leads: Bei extrem hochwertigen Opportunities kann ein Bereitschaftsdienst sinnvoll sein – aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel
Wenn 24 Stunden nicht klappen: Transparenz schlägt Schweigen
Realität: Nicht jedes Unternehmen schafft 24-Stunden-Reaktionszeiten. Vielleicht sind Sie unterbesetzt, vielleicht gibt es Urlaubszeiten, vielleicht ist das Lead-Volumen gerade explodiert.
Das ist kein Drama – aber nur, wenn Sie transparent kommunizieren.
Transparenz vor Perfektion
Lieber dem Kunden ehrlich erklären, warum es länger dauert (“Wir haben aktuell sehr hohes Anfrage-Aufkommen und arbeiten alle Anfragen sorgfältig ab. Sie erhalten spätestens bis [Datum] eine Antwort von uns.”), als einfach schweigen.
Schweigen = schlechter Eindruck. Transparenz = professioneller Umgang mit Herausforderungen.
Braucht es ein Call-Center, SDR oder Automationen, um Leads zu qualifizieren?
Viele Unternehmen verlagern den Qualifizierungsprozess von Leads an außenstehende Call-Center oder versuchen, mit Sales Development Representatives oder auch Automationen zu verstehen, ob ein “roher” Lead zum MQL oder gar SQL wird.
Meine Meinung dazu:
Grundsätzlich ist die Qualifizierung von Leads ein positiver Aspekt – aber kann auch nach hinten losgehen
Von einem standardmäßigen Screening über Call-Center würde ich absehen: Zu groß die Zeitverluste in der Qualifizierung, zu vielfältig und verwirrend die Kontaktpunkte für den Kunden. Interessanter sind hier spezialisierte Call-Center oder Dienstleister, die mit möglichen Kunden schon qualifizierte Gespräche beginnen können.
Automatische Nachfragen können sinnvoll sein, sollten den Lead aber nicht “blockieren”, sondern nur zusätzliche Informationen liefern
Wenn das Unternehmen über SDRs verfügt, sind diese Mitarbeitenden natürlich die idealen Ansprechpartner zur Vor-Qualifikation. Sie verfügen sowohl über das nötige Know-how wie auch das menschliche Feingefühl für die Lead-Bewertung.
Unterstützung beim Aufbau von Sales-Funnels benötigt?
Der Feedback-Prozess: Kontinuierliche Verbesserung zwischen Sales und Marketing
Ein funktionierendes Sales-Marketing-Alignment ist kein “Set it and forget it”-Projekt. Es braucht kontinuierliches Feedback, Anpassung und gemeinsames Lernen. Vertrieb und Marketing sollten also klare Routinen für ihre Zusammenarbeit und ihr gemeinsames “Lernen am Lead” vorsehen.
Welches Feedback braucht Marketing vom Vertrieb?
Marketing kann nur bessere Leads generieren, wenn Sales strukturiertes Feedback gibt. Und zwar nicht “die Leads sind schlecht”, sondern konkrete, kategorisierte Rückmeldungen.
Kritische Feedback-Dimensionen:
1. Warum wurde ein Lead zu SQL/Opportunity weitergereicht?
Perfekter ICP-Fit
Klarer, dringender Bedarf
Budget bereits freigegeben
Entscheider direkt im Gespräch
Kurzer Sales Cycle erwartet
2. Warum wurde ein Lead abgelehnt? (Noch wichtiger!)
Kein ICP-Fit (zu klein, falsche Branche, falscher Use Case)
Kein Budget / Budget zu niedrig
Kein echter Bedarf (nur “Informationssammlung”)
Falscher Ansprechpartner (kein Zugang zu Entscheidern)
Timeline unrealistisch (z.B. “vielleicht in 2 Jahren”)
Lead nicht erreichbar (nach X Versuchen)
Wettbewerber bereits beauftragt
Praxis-Tipp vom B2B Runner
Startphase: Lead-für-Lead-Abstimmung
Am Anfang (erste 3-6 Monate) empfehle ich eine intensive persönliche Abstimmung – Lead für Lead. Marketing und Sales besprechen gemeinsam:
Warum wurde dieser Lead generiert?
Was hat Marketing erwartet?
Was hat Sales vorgefunden?
Was können wir daraus lernen?
Das ist zeitintensiv, aber essenziell. Beide Seiten verstehen die Perspektive der anderen und entwickeln ein gemeinsames Qualitätsverständnis.
Nach der Startphase: Kategorien sammeln, Skalen entwickeln, strukturiertes Feedback im CRM etablieren.
Feedback-Kategorien im CRM hinterlegen
Sobald Sie genug Daten gesammelt haben, erstellen Sie standardisierte Ablehnungsgründe im CRM:
Teilnehmer: Marketing, Sales, idealerweise auch Geschäftsführung
Agenda:
Daten-Deep-Dive: Was funktioniert? Was nicht?
ICP-Review: Müssen wir unsere Ideal Customer Profiles anpassen?
Kampagnenplanung für nächstes Quartal
Budget-Allokation
Neue Tools oder Prozesse?
Team-Feedback: Was läuft gut in der Zusammenarbeit? Was muss besser werden?
Output: Quartalsplan mit klaren Zielen, Budgets und Verantwortlichkeiten
Der Vorteil strukturierter Rhythmen: Verschiedene Abstraktionsebenen – von operativ (wöchentlich) bis strategisch (quartalsweise) – stellen sicher, dass Sie sowohl im Tagesgeschäft optimieren als auch langfristig die richtige Richtung halten.
Und: Verbindlichkeit. Wenn Meetings fest im Kalender stehen, passiert Alignment. Wenn sie “bei Bedarf” stattfinden, passiert… nichts.
Konflikte konstruktiv lösen: Wenn Sales die Leads bemängelt
Früher oder später kommt der Moment: Sales beschwert sich über Lead-Qualität. Oder Marketing kritisiert, dass Leads nicht bearbeitet werden.
Wie gehen Sie damit um?
1. Klare Definitionen als Schiedsrichter
Wenn Sie zu Beginn sauber definiert haben, was ein MQL und ein SQL ausmacht, haben Sie einen objektiven Maßstab. Die Frage ist dann nicht mehr “Meinungsverschiedenheit”, sondern “Erfüllt der Lead die Kriterien oder nicht?”
2. Daten statt Bauchgefühl
Nutzen Sie Ihr CRM für faktenbasierte Diskussionen:
“Von 100 MQLs werden 45 zu SQLs – das ist über Benchmark”
“Die Kampagne X hat eine MQL-SQL-Rate von 60%, Kampagne Y nur 20% – lass uns Y optimieren oder stoppen”
“Sales hat 15 Leads als ‘nicht erreichbar’ markiert, aber nur 2 Kontaktversuche gemacht – SLA sagt 3”
3. Eskalationsmechanismen festlegen
Wann alarmiert wer die andere Seite?
Beispiele:
Wenn die MQL-SQL-Conversion unter 30% fällt → Marketing wird informiert
Wenn mehr als 10% der SQLs nicht innerhalb von 24h kontaktiert werden → Sales-Leitung wird informiert
Wenn mehr als 20% der Leads als “außerhalb ICP” abgelehnt werden → Workshop zur ICP-Klärung
Im Alltag können Prozesse auch informell laufen, wenn ein gutes Vertrauensverhältnis besteht. Aber: Prozesse aufzuschreiben hilft enorm – auch wenn sie nicht täglich formell befolgt werden.
Zusammenarbeit Marketing und Vertrieb: Der Quick-Start: 90-Tage-Plan
Ein funktionierendes Sales-Marketing-Alignment ist kein Projekt, das man einmal macht und dann abhakt. Es ist ein kontinuierlicher Prozess aus Definieren, Messen, Lernen und Optimieren.
Sie wollen sofort loslegen? Hier ist ein pragmatischer 90-Tage-Plan:
Monat 1: Alignment-Basis schaffen
Workshop mit Marketing + Sales: Lead-Definitionen (MQL, SQL) gemeinsam entwickeln
Erste Datenauswertung: Was funktioniert? Was nicht?
Lead-Temperaturen einführen (heiß/warm/kalt)
Nurturing-Pfade für warme/kalte Leads aufsetzen
SLA-Dokument (1 Seite) finalisieren
Quartalsplanung: Nächste Optimierungen definieren
Bereit, echtes Sales-Marketing-Alignment zu schaffen?
Sie haben jetzt das Framework. Sie wissen, was zu tun ist. Aber die größte Hürde ist oft nicht das Wissen, sondern die Umsetzung.
Als B2B Runner habe ich dutzende Unternehmen dabei begleitet, funktionierendes Sales-Marketing-Alignment aufzubauen. Von zerstrittenen Teams zu produktiver Zusammenarbeit. Von chaotischen Prozessen zu messbaren Ergebnissen.
Sie brauchen Unterstützung beim Aufbau?
Ich moderiere Ihren Alignment-Workshop zwischen Marketing und Sales
Ich entwickle mit Ihnen gemeinsam Lead-Definitionen, die beide Seiten akzeptieren
Ich optimiere Ihre Übergabeprozesse und CRM-Workflows
Ich begleite Sie in den ersten 90 Tagen – bis das System läuft