Google Search Console für B2B: Mehr als nur ein SEO-Tool

Die Google Search Console

Viele von uns haben die Google Search Console eingerichtet. Aber schauen Sie auch regelmäßig rein? Ich kann versprechen: Es lohnt sich. Denn die Google Search Console ist nicht nur kostenlos und gibt auch als einziges Tool “Original-Einblicke” in die Google-Daten. Nein, wenn man sich durch die Seiten der Search Console klickt, stößt man auf viele gute Ideen für das B2B Content-Marketing.

Die Google Search Console ist – richtig genutzt – eine der wertvollsten und dabei völlig kostenlosen Quellen für Ihre B2B-Marketing- und Content-Strategie. Sie zeigt Ihnen nicht nur, ob Ihre Website technisch sauber läuft. Sie zeigt Ihnen, wie Ihre Zielgruppe denkt und sucht. Und das ist im B2B besonders wertvoll, weil die Entscheider in technischen Unternehmen sehr spezifisch suchen – und sehr genau wissen, was sie wollen.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, welche Funktionen wirklich zählen — und wie Sie damit konkrete Handlungsschritte ableiten. In meiner über 25jährigen Erfahrung im B2B-Marketing gehört die Search Console seit langem zu einem meiner liebsten Begleiter – lassen Sie uns also erkunden, warum das so ist.

Ein wichtiger Vorteil vorab: Anders als andere SEO-Tools, die Daten von Google interpretieren und schätzen, ist die Search Console direkt an der Quelle. Die Daten kommen aus erster Hand. Das macht den Unterschied.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Welche Funktionen der Search Console für B2B besonders relevant sind
  • Wie Sie den Leistungsbericht strategisch auswerten
  • Warum Suchanfragen eine Goldgrube für Content-Ideen sind
  • Welche technischen Hausaufgaben Sie regelmäßig erledigen sollten
  • Wie die Search Console Überraschungen bereithält, die Sie so nicht erwartet haben

Sie erreichen die Google Search Console über diesen Link: Melden Sie sich dort mit Ihrem Nutzernamen an. Falls Sie Ihre Website noch nicht mit der Search Console verbunden haben, können Sie dies auch in dieser Übersicht erledigen.

Zum Validieren einer Website gibt es verschiedene Möglichkeiten – zum Beispiel können Sie einen kleinen Code-Snippet in Ihre Website integrieren oder an Ihren Domain-Einstellungen die Verknüpfung verifizieren. Dies alles ist ein wenig technisch – aber sollte (vielleicht auch mit Hilfe Ihrer Web-Agentur oder der IT) recht leicht einzurichten sein.

Wichtig ist: Die Daten in der Search Console erhalten Sie erst vom Zeitpunkt der Verknüpfung an. Also selbst wenn Ihre Website schon seit zehn Jahren besteht, Sie aber heute die Verbindung herstellen: Sie erhalten erst die Daten vom Zeitpunkt der Verknüpfung an.

Gehen wir nun aber die verschiedenen Ebenen der Search Console Schritt für Schritt durch – immer mit Blick darauf, welcher Mehrwert für Ihr B2B-Marketing darin enthalten ist.

1. Der Leistungsbericht: Mehr Tiefe als auf den ersten Blick

Screenshot Leistungsbericht Google Search Console

Der Leistungsbericht ist das Herzstück der Search Console. Er zeigt Ihnen, für welche Suchanfragen Ihre Website in Google erscheint (und was danach passiert): Wie viele Menschen haben geklickt? Wie oft wurde Ihre Seite überhaupt angezeigt? Auf welcher Position ranken Sie?

Klingt simpel. Aber hier ist der erste Praxis-Tipp, den viele übersehen:

Praxis-Tipp vom B2B Runner: Die Spalte “Position” ist im Leistungsbericht standardmäßig nicht aktiviert. Klicken Sie oben explizit auf “Durchschnittliche Position”, um sie einzublenden. Ohne diese Spalte sehen Sie nur die halbe Wahrheit.

Wenn Sie alle vier Metriken (Klicks, Impressionen, CTR und Position) gleichzeitig im Blick haben, können Sie gezielt nach Optimierungspotenzial suchen. Die spannendste Kombination dabei:

Viele Impressionen, wenige Klicks. Diese Seiten werden in Google angezeigt: Aber die Nutzer klicken nicht. Der Grund ist fast immer einer von zwei: Entweder rankt die Seite auf Position 8-15 (also sichtbar, aber nicht prominent genug), oder der Titel und die Meta-Beschreibung sprechen die Zielgruppe nicht an.

Beides lässt sich korrigieren. Und genau hier liegt oft mehr Wachstumspotenzial als im mühsamen Aufbau neuer Inhalte.

Ein weiterer Blickwinkel, der sich besonders für neue Seiten lohnt: Schauen Sie, für welche Keywords eine frisch veröffentlichte Seite erstmals in den Rankings auftaucht. Google gibt Ihnen damit erste Signale, wie es Ihre Inhalte einordnet – und manchmal stellt man überrascht fest, dass man für ganz andere Begriffe rankt als erwartet. Diese Signale sind wertvolles Feedback für die inhaltliche Weiterentwicklung.

Suchtyp-Filter: Mehr als nur die klassische Websuche

Was viele nicht wissen: Im Leistungsbericht können Sie den Suchtyp filtern – also zwischen Web, Bild, Video und News wechseln. Das ist aufschlussreicher als es klingt. Wenn Sie Produktbilder, Erklärvideos oder Fachartikel veröffentlichen, sehen Sie hier, ob und wie diese in den jeweiligen Suchergebnissen auftauchen. Für technische B2B-Unternehmen mit komplexen Produkten kann der Bildbereich überraschend aktiv sein.

Überhaupt bietet die Google Search Console einige nützliche Filter an – wenn Sie zum Beispiel Suchen auf bestimmte Seitennamen extrahieren möchten. Klicken Sie hier auf “Filter hinzufügen”.

Noch spannender: Wenn Ihre Inhalte in Google Discover erscheinen, zeigt Ihnen die Search Console auch das. Discover ist der personalisierte Feed, den Google Nutzern auf dem Smartphone ausspielt – ohne aktive Suchanfrage. Wer dort auftaucht, kommt deutlich näher an seine Zielgruppe heran, weil Google den Inhalt proaktiv empfiehlt. Das ist kein typischer SEO-Kanal – aber ein Zeichen dafür, dass Ihre Inhalte als relevant und hochwertig eingestuft werden.

Ein Wort zur Datenqualität: Kleine Zahlen, große Vorsicht

Bei der Interpretation der Search-Console-Daten gilt eine wichtige Faustregel: Einzelne Klick- und Impressionszahlen im einstelligen Bereich sind mit Vorsicht zu genießen. Google rundet und schätzt bei kleinen Werten: 1, 2 oder 3 Klicks können also auch 0 oder 5 bedeuten. Die Statistiken werden in diesem Bereich bewusst unscharf gehalten.

Das bedeutet aber nicht, dass diese Daten wertlos sind. Der grobe Rahmen stimmt. Und vor allem die Trends stimmen. Wenn eine Seite über mehrere Monate konstant Impressionen aufbaut, ist das ein echtes Signal. Wenn eine Seite plötzlich einbricht, auch. Nutzen Sie die Search Console also für Richtungsentscheidungen, nicht für Nachkommastellen-Analysen.

2. Suchanfragen-Analyse: Die Goldgrube für B2B-Content

Im Leistungsbericht finden Sie unter dem Reiter “Suchanfragen” die konkreten Suchbegriffe, die echte Nutzer eingegeben haben, bevor sie auf Ihre Seite geklickt haben (oder eben nicht).

Das ist deutlich mehr als ein Keyword-Report. Das ist ein direktes Fenster in die Gedankenwelt Ihrer Zielgruppe.

Für B2B-Unternehmen besonders wertvoll: Achten Sie gezielt auf Fragestellungen. Suchanfragen wie “Wie funktioniert X?”, “Was kostet Y im Vergleich zu Z?” oder “Wann lohnt sich der Einsatz von…?” zeigen Ihnen nicht nur, was Ihre Zielgruppe beschäftigt. Sie spiegeln auch die Art wider, wie heute mit KI-Systemen kommuniziert wird.

Wer heute konkrete Fragen in Google tippt, stellt morgen dieselben Fragen an ChatGPT oder einen anderen KI-Assistenten. Wenn Ihr Inhalt diese Fragen beantwortet, steigen Ihre Chancen, auch in KI-generierten Antworten erwähnt zu werden.

Notieren Sie die häufigsten Fragestellungen und prüfen Sie: Haben Sie dazu bereits Inhalte? Wenn nicht: Da ist Ihr nächster Blogbeitrag.

3. URL-Inspektion und Seitenabdeckung: Kleine Probleme, große Wirkung

Diese beiden Funktionen werden oft zusammen abgehandelt. Und das zu Recht, denn sie verfolgen dasselbe Ziel: sicherstellen, dass Google Ihre wichtigsten Seiten findet, versteht und indexiert.

Mit der URL-Inspektion können Sie einzelne Seiten prüfen: Ist sie im Google-Index? Wann wurde sie zuletzt gecrawlt? Gibt es Crawling- oder Rendering-Fehler? Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie eine neue Seite veröffentlicht haben und sicherstellen wollen, dass Google sie zeitnah aufnimmt.

Der Indexabdeckungsbericht zeigt das große Bild: Welche Seiten sind indexiert und welche nicht? Und warum?

Praxis-Tipp vom B2B Runner: Gehen Sie diese Berichte regelmäßig durch: nicht nur, wenn offensichtlich etwas nicht stimmt. Was auf den ersten Blick wie ein kleines, isoliertes Problem aussieht (eine Seite mit “Duplicate without user-selected canonical”), kann auf ein systemisches Muster hinweisen, das deutlich mehr Seiten betrifft. Wer früh hinschaut, spart später viel Aufwand.

4. Sitemap einreichen: Einfach, aber wirkungsvoll

Eine Sitemap ist im Grunde ein Inhaltsverzeichnis Ihrer Website für Google. Sie zeigt dem Crawler, welche Seiten existieren, wie sie zusammenhängen und wann sie zuletzt aktualisiert wurden.

Die Search Console erlaubt es Ihnen, diese Sitemap direkt einzureichen und zu überprüfen, ob Google sie korrekt verarbeitet. Gerade wenn Sie regelmäßig neue Inhalte veröffentlichen: Neue Blogbeiträge, Case Studies, Produktseiten. Hier beschleunigt eine gepflegte Sitemap das Crawling spürbar.

Das klingt nach einer einmaligen Aufgabe. Ist es aber nicht: Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Sitemap aktuell ist und keine Fehler enthält.

5. Core Web Vitals: Kein “Nice-to-have” mehr

Google bewertet seit einigen Jahren nicht nur Inhalte, sondern auch die Qualität der Nutzererfahrung und die Core Web Vitals sind dabei ein direkter Rankingfaktor. Der Bericht in der Search Console zeigt Ihnen, wie Ihre Website in den drei zentralen Dimensionen abschneidet: Ladegeschwindigkeit, visuelle Stabilität und Reaktionsfähigkeit.

Der entscheidende Hinweis: Schauen Sie getrennt auf Mobile und Desktop. Viele technische B2B-Websites preschen auf dem Desktop, brechen jedoch auf dem Smartphone ein. Dabei recherchieren auch B2B-Entscheider zunehmend mobil, bevor sie am Desktop tiefer einsteigen.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, diesen Bericht kritisch und regelmäßig zu prüfen. Eine langsame Website verliert nicht nur Ranking-Punkte, sie verliert auch Vertrauen.

6. Der Linksbericht: Positiver Überraschungen garantiert

Der Linksbericht zeigt Ihnen, welche externen Websites auf Ihre Seite verlinken. Und hier erleben viele B2B-Unternehmen eine angenehme Überraschung: Man taucht plötzlich auf Seiten auf, von denen man es gar nicht wusste. Branchenportale, Partnerunternehmen, Fachmedien. Links entstehen oft ohne aktives Zutun.

Das ist nicht nur gut für SEO. Es ist auch ein Gesprächsthema: Wenn Sie sehen, dass ein Partner bereits auf Sie verlinkt, kann das der Anlass für eine engere Kooperation sein (oder zumindest für ein kurzes Dankeschön).

Gleichzeitig zeigt der Bericht die internen Verlinkungen Ihrer Website. Welche Seiten verlinken stark aufeinander? Welche stehen isoliert? Interne Verlinkung ist einer der am meisten unterschätzten SEO-Hebel im B2B.

Die Search Console im Alltag verankern

Die Search Console ist kein Tool für einmalige Audits. Ihr Wert entfaltet sich durch regelmäßige Nutzung. Am besten als fester Bestandteil Ihres monatlichen Marketing-Reviews.

Und: Google hat in den letzten Monaten die Search Console spürbar verbessert. Die Reports sind übersichtlicher geworden, Statistiken lassen sich besser filtern und vergleichen. Es lohnt sich, das Tool mit frischen Augen zu erkunden, auch wenn man es schon länger kennt.

Die Search Console ist keine Raketenwissenschaft. Aber sie ist eine der wenigen Quellen, die Ihnen direkt sagen, wie Ihre Zielgruppe sucht: Kostenlos, verlässlich und aus erster Hand. Das ist im B2B Gold wert.

Search Console in B2B: Wo fange ich an?

Wenn Sie die Search Console noch nicht nutzen: Richten Sie sie heute ein und reichen Sie Ihre Sitemap ein. Wenn Sie sie bereits haben: Öffnen Sie den Leistungsbericht, aktivieren Sie die Positionsspalte, und schauen Sie sich Ihre fünf Seiten mit den meisten Impressionen, aber der niedrigsten CTR, an. Dort liegt Ihr schnellstes Wachstumspotenzial.

Und wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihre Website-Sichtbarkeit strategisch mit Ihrem B2B-Funnel verbinden: genau das ist ein Thema, das ich gerne mit Ihnen bespreche.

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Über diesen Beitrag: Dieser Artikel ist Teil des B2B Runner Blogs. Hier schreibe ich regelmäßig über Marketing, Vertrieb und digitale Sichtbarkeit für technische B2B-Unternehmen im Mittelstand.

Weiterlesen:

One more thing: Bing Webmaster Tools

Auch beim kleinen Google-Konkurrenten Bing gibt es eine Art “Search Console”. Hier nennt sich das Ganze Bing Webmaster Tools. Eine Nutzung ist auch hier durchaus empfehlenswert. Zwar ist Bing deutlich weniger frequentiert als Google, aber durch die enge Microsoft-Verzahnung wird Bing gerade im B2B durchaus etwas häufiger genutzt. Und: DIe Bing Webmaster Tools bieten einige Einblicke und Funktionen, die Google Search Console (noch) nicht bietet – zum Beispiel im Hinblick auf KI. Hier finden Sie also weitere Recherchemöglichkeiten für Ihr Content-Marketing.

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